Auch so können scharfe Sachen aussehen – drei rotierende Klingen, schönes Design und eine griffige Oberfläche.
Philips hat 280 Tester für die Shaver Series 9000 gesucht und ich war
einer der Glücklichen, die dafür ausgewählt wurden. Hiermit noch einmal
vielen Dank dafür.
Jeder Tester hat ein Gerät der 9000 Serie erhalten – bei mir war es das
S9521/31. Diesen werde ich in diesem Testbericht näher vorstellen. Bei
Amazon findet man ihn hier.
Kurze Hintergrundinformationen zu mir als Tester:
In den letzten 20 Jahren habe ich mich ausschließlich mit Braunrasierern
rasiert. Ich hatte mal eine kurze Testphase mit einem der bekannten
Nassrasierer, habe das aber schnell wieder eingestellt – dauerte zu
lange, Ergebnis nicht zufrieden stellend (sowohl vom Rasierergebnis als
auch von der Hautirritation). Natürlich wäre die Nassrasur besser
geworden mit mehr Erfahrung, aber die Trockenrasur gewinnt einfach durch
Komfort.
Ich würde meine Barthaare als normal bezeichnen (nicht ganz so dicht).
Meine Haut gebe ich im Punkt Empfindlichkeit (Skala 1-10, wobei 10 sehr
empfindlich und 1, komplett unempfindlich) eine 7.
Daher war ich sehr gespannt, wie der Test wird. Ein komplett anderes
Scherkopfsystem, Nass- und Trockenrasierer in einem, Premiumpreissegment
(bisher lagen meine Rasierer im Preissegment 80-200€ – allerdings waren
die OVP höher).
An einigen Punkten werde ich daher kurz meine Braunerfahrung mit einbringen.
Philips führt diese Schlüsselfunktionen bei der 9000 Serie an:
Der Hersteller nennt einige Features, die ihn das Gerät auszeichnen. Ich
nenne sie mal Schlüsselfunktionen, die auch die wichtigsten für die
Kaufentscheidung sein werden:
- Persönliche Komforteinstellungen in drei Stufen
- V-Track-Präzisionsklingen
- Konturerkennung durch 3 Scherköpfe, die sich in 8 Richtungen bewegen können
- Aquatec Nass- und Trockenrasur (speziell versiegelt, dass man beides machen kann und er ist komplett abwaschbar).
- Reinigungssystem SmartClean Plus (mit einem Tastendruck wird er gereinigt, geölt, getrocknet und geladen)
- SmartClick Bartstyler (0.5-5mm, abgerundete Spitzen für weniger Hautirritationen)
Weitere wichtige Eigenschaften
- 30% gründlicher und erfasst bis zu 20% mehr Haare als der Philips SensoTouch
- 1 Stunde laden/ 50 Minuten Akkulaufzeit oder 3 Min. laden, 1 Rasur (Akkuart Li-Ionen)
· LED-Display mit zahlreichen Informationen: Ladestands-, Geschwindigkeits-,
Reisesicherungs- und Reinigungserinnerungsanzeige
- Farbe Altum (weinrotmetallik) kombiniert mit einer schwarz
gummierten Oberfläche (für eine gute Griffigkeit), ergonomisch geformt
Verpackung und Lieferumfang:
Die Verpackung macht einen hochwertigen Eindruck und es sind noch mal
alle wichtigen Produktdaten gezeigt beziehungsweise benannt. Besonders
hervorstechend ist das Argument, dass er 20% mehr Haare entfernen soll
bei einem Zug.
Annähernd alle Produktteile sind noch mal einzeln verpackt und in
Kartons gut geschützt. Das Gruppenbild zeigt den dem kompletten
Lieferumfang (ohne die Kartons).

Es beinhaltet:
- Philips Shaver Series 9000 Rasierer Modell S9521/31
- SmartClick Bartstyler RQ111
- SmartClean PRO Reinigungsstation
- Reinigungskartusche für die Station
- Reisecase
- Ladekabel für die Station bzw. das Rasierer selber (z.B. bei Reisen)
- Tool zum Entnehmen der Scherköpfe (offizieller Name Sicherungsringhalter)
- Anleitung, Garantiekarte und Hinweis auf die Onlineregistrierung
Hier ist die Karte, die darauf hinweist, dass man das Gerät online
registrieren kann und damit eine Garantieverlängerung um 12 Monate
erhält.

Das
orangene Tool ist für das Herausdrehen der Scherköpfe konzipiert. Das
soll laut Anleitung einmal pro Monate gemacht werden und die Köpfe kurz
noch mal abgewaschen werden Die Anleitung zeigt noch mal deutlich, wie
es genutzt wird. Danach können die Köpfe wieder montiert werden.

Die
Reinigungsstation wird durch einen seitlichen Knopf geöffnet. Dort wird
dann die Reinigungskartusche eingesetzt und schon kann man diese
nutzen. Sobald diese eingesetzt ist, sollte man vorsichtig mit der
Reinigungsstation umgehen, da die Flüssigkeit bei vollem Füllstand durch
Bewegungen der Station auch mal leicht überlaufen kann.
Design:
Die Farbe bezeichnet Philips als Altum (weinrot), sieht gut aus und ist
mal was anderes als das gängige schwarz und silber. Der Griff besitzt
einen Gummibereich, womit er auch im nassen Zustand noch einen guten
Gripp besitzt. Er ist ergonomisch geformt und liegt auch gut in der
Hand, egal wie man ihn hält.
Vom Gewicht her finde ich ihn recht leicht – besser als mein bisheriger Braunrasierer.

Das Display bietet einige Funktionen, die ich schnell schätzen gelernt habe.
3 Geschwindigkeitsbalken: Der Rasierer hat drei
Geschwindigkeiten und eine Anzeige zeigt die eingestellte Stufe an.
Schonend für eine sanfte, aber gründliche Rasur bei empfindlicher Haut.
Normal für die gründliche Rasur jeden Tag. Schnell für die schnellere
und zeitsparende Rasur.
Rechts und links neben dem Display sind die Einstelltasten für die Stufen.
Wasserhahn:
Wenn man die Rasur beendet, blinkt kurz ein Wasserhahnsymbol auf, was
an das Abwaschen erinnern soll. Ich bezweifle jedoch, dass das den
Dienst erfüllen wird. Wer schaut schon nach der Rasur direkt auf den
Rasierer? Ich trage dann erst mal Aftershave oder Balsam auf.
Eine Vibration nach 20 Sekunden oder ein kurzes Piepsen hätte da mehr Sinn, sollte aber dann auch ausschaltbar sein.
Schloss: Das Gerät verfügt über eine Reisesicherung,
d.h. eine Funktion, die verhindert, dass der Rasierer ungewollt
eingeschaltet wird. Man aktiviert sie, indem man den Einschalter 56
Sekunden gedrückt hält. Auf die gleiche Art wird sie auch wieder
deaktiviert. Ist der Philips „gesichert“ leuchtet das Symbol kurz auf,
wenn man den Powerknopf normal betätigt.
5 Ladebalken: Sie informieren über den aktuellen Ladezustand.
Scherkopfaustausch-Anzeige: ca. alle zwei Jahre müssen sie getauscht werden.
Erste Inbetriebnahme:
Wie in der Anleitung beschrieben, habe ich den Rasierer erst mal
komplett aufgeladen (ca. 1 Stunde). Dort wurde auch der Hinweis gegeben,
dass man bei einem Bartwuchs von mehr als 4 Tagen diesen erst einmal
vor schneiden muss. Da ich den Bart erst mal wachsen ließ als ich die
Zusage für den Test bekam (hatte Urlaub, weshalb ich den Bart auch
einige Tage wachsen lassen konnte).
Ich wollte alles testen und habe daher mal der Reihe nach angefangen. Das Bild zeigt meine 5 Phasen:
1. Links oben, unrasiert.
2. recht oben: Linker Bildausschnitt – Vorarbeit Barttrimmer von Braun und dann mit dem Philips vollendet (Trockenrasur)
3. links unten: Vorarbeit Philips SmartClick Bartstyler Aufsatz
4: Bild in der Mitte: Rasierschaum wirkt ein
5. rechts unten: Resultat der Nassrasur

Ich habe jetzt nicht am Ende optimal nachgearbeitet, es kann also sein, dass es noch einzelne Haare auf den Bildern gibt.
Bei der Trockenrasur gab es an der Oberlippe (sichtbar in Phase 5) eine leichte Hautirritation.
Sehr interessant fand ich die Erfahrung der Nassrasur mit
Rasierschaum. Es fühlt sich während der Rasur sehr gut an, da der
Rasierer über die Haut gleitet und das Endergebnis finde ich da auch
überzeugend. Hautirritationen sind nahezu nicht vorhanden und leicht
rote Stellen waren nach 5 Minuten wieder normal. Die Nassrasur benötigt
etwas länger als die Trockenrasur, sollte aber von jedem Trockenrasierer
mal getestet werden. Mich hat das überzeugt und werde ich sicherlich
öfters machen, wenn ich nicht unter Zeitdruck stehe.
Die Trockenrasur finde ich auch gut vom Ergebnis her (die Nassrasur ist
aber noch besser) und auch die Hautirritation an der Lippe kam nicht
mehr vor. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mit der mittleren
Komforteinstellung (Philips nennt sie „normal“) bei dem Bild gearbeitet
habe und später mit der schonenden.
Um den Scherkopf zu tauschen muss man ihn nur gerade nach oben
herausziehen. Den Bartstyler Aufsatz kann man dank der SmartClick
Technik dann ebenso dort aufsetzen. Der Wechsel dauert keine 10
Sekunden.

Nach dem ich im Gesicht nicht so viel Arbeit für den Bartstyleraufsatz
hatte, musste mein eines Bein herhalten. Da der Aufsatz Styler heißt,
habe ich mich nicht zur Komplettrasur entscheiden, sondern zu zwei
Bogen.
Reinigung:
Wenn man es komfortabel möchte nutzt man einfach die Reinigungstation.
Davor sollten man ihn aber schon mal grob vor reinigen (mit Wasser
abspülen, den Schwerkopf kurz öffnen (ist geklippt) und auch noch mal
kurz durchspülen und wieder schließen. Jetzt ist er fertig für die
gründliche Reinigung mit der Station.

Dafür setzt man ihn in die Ladestation ein, drückt den Stecker von oben
in den Rasierer. Jetzt kann man per Knopfdruck das Reinigungsprogramm
starten. Neben der Reinigung wird der Scherkopf geölt, getrocknet und
der Rasierer geladen.
LED-Balken an der Station informieren über den Fortschritt. Wenn er
abgeschlossen ist, signalisiert das ein Häckchensymbol. Das komplette
Programm kann bis zu 4 Stunden dauern.
Das Ergebnis ist überzeugend, aber ist eben nicht für Reisen nutzbar (wer nimmt die Ladestation schon da mit).
Als Reiselösung ohne die Station geht man vor, wie vor dem Einsetzen in
die Reinigungsstation. Hier nimmt man sicher aber einfach etwas mehr
Zeit und lässt ihn danach gut trocknen, bevor man ihn wieder ins Case
packt.
Laden:
Das reine Laden dauert ca. 1 Stunde und dann soll der Akku ca. 50
Minuten halten. Während der Testphase habe ich nicht täglich die Zeit
gestoppt, aber nach 1 Woche täglicher Nutzung, habe ich immer noch 2
Balken (von 5 möglichen). Am Anfang habe ich natürlich vieles
ausprobiert – Langhaarrasierertest an meinem Bein, die verschiedenen
Einstellmöglichkeiten währen des Betriebs usw. eben nicht nur reines
rasieren und auch mal länger als 3 Minuten. Im späteren Testverlauf habe
ich mich mehr auf das Rasieren konzentriert als auf die LED Anzeige.
Geladen werden kann er entweder über die Ladestation oder über das Netzteil direkt.

Während der Ladevorgangs kann der Rasierer nicht genutzt werden (eh geht
nicht an – eine Schutzfunktion, damit Netzstrom nicht mit Wasser in
Kontakt kommen kann z.B. Rasur in der Badewanne). Wenn man ihn schnell
benötigt, reicht auch 3 Minuten Ladedauer für eine Rasur.
Kleiner Nachteil, wenn man den Rasierer auch noch in etlichen Jahren
nutzen möchte. Der Akku wird kaputt gehen (beim Handy oder Laptop kennt
man das bereits), allerdings wird der im Rasierer um einiges länger
halten, da er nicht täglich oder alle zwei Tage geladen wird). In dem
Fall muss man ihn tauschen lassen, wenn es denn der Service gegen eine
Gebühr umsetzt. Bei Braun Geräten kann man diese auch dann noch als
Netzrasierer nutzen.

Das Case hat hinten einen Teil aus Netzmaterial. Damit kann letzte
Feuchtigkeit entweichen, die eventuelle noch vorhanden ist. Weiterhin
hat es hinten noch eine kleine Lasche, womit man es hinhängen kann.
Leider ist das Case aber zu klein, damit auch das Netzteil mit hinein
passt. Bei Reisen muss man es also separat mitnehmen, wenn es nicht nur
ein Wochenendausflug ist. Das ist schade, da es sonst wirklich
überzeugt. Es ist formschon, fasst sich durchaus wertig an und ist recht
stabil, damit dem Rasierer bei Reisen nichts passiert
Folgekosten:
Hierbei orientiere ich mich an den Empfehlungen von Philips:
- nach 2 Jahren: Neue Scherköpfe. Ersatzscherkopf SH90 64,99€
- alle 3 Monate eine neue Reinigungskartusche (bei täglicher Nutzung)
Preis pro Stück ca. 7,50€ (bei 2er Pack, bzw. 6,70€ beim 3er Pack).
Mir fehlen im Zubehörbereich leider einige Sache, die ich von Braun
gewohnt bin. Das sind unter anderem ein kleiner Pinsel, für die schnelle
Grobreinigung, ebenso die nicht vorhandene Schutzkappe. Ich muss jedoch
sagen, dass ich solche kleinen Sachen im Lieferumfang erwarte, wenn man
den OVP von 369€ beachtet.
Man kann beides im Philips-Onlineshop kaufen (ab 20€ kostenlose
Lieferung und 21 Tage Rückgaberecht). Wenn man die Bestellung mit den
Kartuschen kombiniert kommt man über die 20€ Bestellwert und zahlt keine
Versandkosten.
Pro:
+ gute Rasierleistung mit vielen Einstellmöglichkeiten
+ Nass und Trockenrasierer in einem
+ komfortable Reinigungsstation
+ gute Akkulaufzeit
+ Display mit vielen nützlichen Funktionen
Kontra:
- Preis
- Zubehörumfang: Kleine Sachen wie ein Haarpinsel, Schutzkappe fehlen
Fazit:
Das Gerät sieht gut aus und arbeitet zuverlässig und sehr gründlich (die
Nassrasur ist aber besser als die Trockenrasur). Im ersten Moment ist
es als langjähriger Braun Kunde etwas ungewohnt, den Rasierer in
kreisenden Bewegungen zu nutzen, aber daran gewöhnt man sich schnell.
Durch die Beweglichkeit der Schwerköpfe meistert man jede vermeintliche
Problemstelle. Es bietet einige Einstellmöglichkeiten (3
Geschwindigkeiten) und das Display informiert den Nutzer jederzeit über
den Akkustand.
Leider fehlen mir kleine Zubehörteile, die ich bei dieser Preisklasse
einfach erwarten würde. Nicht durchdacht finde ich das formschöne Case,
in das nicht einmal das Netzteil mit reinpasst. So muss man das bei
einer längeren Reise „extern“ mitführen.